Der erste Stein des Hofes «La Ferme du Château» wurde im Jahr 1905 gesetzt. Seit 1999 betreibt und entwickelt die Familie Z’Rotz dieses Kleinod hoch über dem Neuenburger See.
Die Philosophie der Familie und des Hofes ist von Nachhaltigkeit und der Verantwortung für die Natur geprägt. Kreislaufwirtschaft und Biodiversität sind tragende Säulen der täglichen Arbeit auf dem Hof. Die Ausscheidungen, die aus der Tierhaltung entstehen, geben den Mikroorganismen im Boden Nährstoffe weiter. Der Boden muss reich an organischer Substanz sein, um seine Lebendigkeit und Funktion zu gewährleisten. Ein gesunder Boden ermöglicht das Wachstum einer gesunden Pflanze, die wiederum eine gesunde Fütterung der Tiere ermöglicht.
Fast selbstverständlich ist da der Gedanke auch die gesamte Wärmeerzeugung auf regenerative und regionale Energiequellen umzustellen. Bereits seit dem Jahr 1999 wird der Betrieb mit einer Holzschnitzelheizung geheizt. 2010 kam auf der grossen Dachfläche eine Photovoltaikanlage dazu. Im letzten Jahr konnte dann nach der Planungsphase die neue Heizzentrale in Betrieb genommen und so die Wärmeerzeugung deutlich ausgebaut und an den Stand der Technik angepasst werden.
Auf dem Gelände des Hofes wurde in teilweise bestehende Räumlichkeiten die neue Heizzentrale gebaut. Herzstücke sind ein Holzschnitzelkessel mit einer Leistung von 550 kW sowie ein Energiespeicher mit einem Volumen von gut 36 m³. Für eine mögliche Erweiterung der Heizleistung ist eine Platzreserve für einen zweiten Holzschnitzelkessel eingeplant. Ein Elektrofilter sogt – neben der effizienten Verbrennungstechnik – für eine weitgehende Filterung der Rauchgase, so dass dem Nachhaltigkeitsgedanken auch hier Rechnung getragen wird. Die Wärme wird über hochwärmegedämmte Fernleitungsrohre der Firma RK -Infra an die Wärmebezüger verteilt.
Neben dem Hof selbst wird mit einem Grossteil der erzeugten Wärme das nahe «Château de Gorgier» versorgt, welches bisher noch über eine eigene Ölheizung und somit fossil beheizt wurde. Beim Anblick des untenstehenden Fotos mag der eine oder andere vielleicht an Hogwarts aus der Welt des Harry Potter denken. Ein Vergleich, der durchaus berechtigt erscheint. Während aber bei Harry Potter oftmals eine düstere Stimmung vorherrscht, blüht Gorgier schon mit den ersten Sonnenstrahlen auf und macht das Schloss und die Gegend freundlich und einladend. Nicht zuletzt der nahe Neuenburger See und die Weinreben der Region ziehen viele Menschen insbesondere im Sommer und Herbst an.
Ein schönes Beispiel, wie persönliches Engagement, professionelle Planung und Ausführung Hand in Hand gehen können. So funktioniert Energiewende auf regionaler Ebene!